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Siedler von Catan Städte und Ritter und St. Petersburg beim Spielenachmittag

Die Siedler von Catan stand gestern auf dem Programm, als ich mich spontan zu einem Besuch bei Mark und Sonja entschlossen hatte. Svenja und Andi komplettierten die illustre Runde, so dass wir zu fünft starten konnten. 15 Jahre ist das Spiel mittlerweile alt und seit gefühlt genau dieser Zeit hab ich das auch nicht mehr gespielt. Tatsächlich sinds vielleicht nur 10 Jahre in denen ich die Siedler nicht mehr angefasst habe, was aber am Kern der Sache nichts ändert. Ich war sehr gespannt ob das Spiel die alte Faszination, die es damals auf mich ausgeübt hatte wieder entfachen könnte.

Wir haben uns für die Variante mit Städte und Ritter aber ohne Seefahrer entschieden. Städte und Ritter hatte ich nicht in guter Erinnerung behalten, war aber neugierig wie sich die Wahrnehmung der Spielmechanik mit meiner gewachsenen Spielerfahrung nun evtl. geändert hat.
Um dem ganzen vielleicht schonmal vorweg zu greifen, die Wahrnehmung hat sich nicht geändert. Städte und Ritter zerstört meiner Meinung nach den Spielfluss und die taktischen Möglichkeiten die das Spiel im Grundspiel hatte vollständig. Die Hauptkritikpunkte sind meiner Meinung nach, dass durch das “wegnehmen” der Entwicklungen, die jetzt ja in Form des Stadtausbaus verfügbar sind ein großer Teil des Nachdenkens über die richtige Strategie hinfällig wird. Dadurch dass jeder, der mindestens einen Ausbau seiner Stadt erreicht hat in gleichem Maß zur gleichen Zeit profitiert und weitere Aufrüstungen nur marginale Vorteile bringen macht das Spiel meiner Meinung nach uninteressant.

Im Basisspiel konnte man, wenn man sich auf Entwicklungen spezialisiert hat einen wirklich großen Vorteil den anderen Spielern gegenüber herausarbeiten. In der Städte und Ritter Erweiterung hingegen ist quasi jeder gleich aufgestellt und der einzige Unterschied liegt in der Bebauungsstrategie des Spielplans.
Auch das bilden von Monopolen auf Erz, Holz oder Schafe ist ungleich schwieriger, da eine Stadt ja jetzt nicht mehr 2 Ressourcen gibt, sondern 1 Ressource und 1 Handelsware zum Stadtausbau.
Gefühlt konnte ich das System daher ziemlich gut austricksen, indem ich meine Städte einfach an Lehm und Getreide gesetzt habe, die keine doofe Handelsware geben. Zudem waren sowohl die beiden Getreidefelder als auch die Lehmfelder mit der gleichen Zahl belegt, so dass ich im Fall einer 8 im Spiel dann 5 Lehm bekam und bei einer 9 4 Getreide. Da von den 5 Mitspielern überhaupt nur ein anderer an einem Lehmfeld eine Siedlung hatte war ich dadurch natürlich in einer erstklassigen Handelsposition und konnte meinen Vorsprung stetig ausbauen.

Das Spiel endete dann auch sehr eindeutig mit 13 zu 8 zu 7 zu 6 zu 6 Punkten für mich.

Fazit zu Siedler: Auch nach all den Jahren immer noch ein tolles Spiel, Städte und Ritter kommt mir aber nicht mehr in die Tüte.

Danach haben wir uns noch für eine “schnelle” Runde St. Petersburg entschlossen. So dachten wir… Schnell geht es ja eigentlich, die Regeln sind einfach und gradlinig und wir sind alle erfahrene Spieler gewesen. Aber zu fünft gibt es einfach durch die gestiegene Kommunikation zwischen den Zügen doch teilweise Wartephasen, die sich im Lauf des Spiels dann doch aufsummieren. Letztendlich haben wir doch fast zwei Stunden benötigt, bis der Sieger feststand. Wir haben auch hier mit der Erweiterung gespielt, wodurch das Spiel zu fünft überhaupt erst möglich gemacht wurde. Es kommen mit der Erweiterung ein paar neue Mechaniken ins Spiel, nämlich Karten die es ermöglichen bereits im Spiel liegende temporär zu beeinflussen, z.B. doppelt zu werten oder zu entsorgen. Hier war Sonja uneinholbar und sie konnte durch überragendes Management locker eine 50 Punkte Führung zu Spielende herausspielen, so dass Mark und ich trotz jeweils 10+ verschiedener Adeligen keine Chance hatten sie noch einzuholen.

Nach St. Petersburg bleibt bei mir der dringende Wunsch haften das Spiel alsbald als möglich wieder auszupacken und eine neue Partie zu spielen. Ein wirklich schönes Spiel.