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Tichu Turnier in Hanau
Das Tichu Turnier in Hanau hat zwar schon vorletztes Wochenende stattgefunden aber ich musste das Erlebte erst einmal verdauen bevor ich das jetzt nochmal in schriftlicher Form verarbeite.
Tichu ist ein Kartenspiel, das man mit 4 Leuten im Team, also 2 gegen 2 spielt.

Das Kartenspiel Tichu
Das Bild ist von Amazon, da kann man auch Tichu kaufen glaub ich. Kost sogar fast nix mit unter 7€.
Es besteht aus einem Satz Karten von 2 bis Ass in 4 Farben. Zusätzlich gibt es 4 Sonderkarten bei Tichu, den Drache, den Phönix, den Hund und den Mah Jong.
Anhand dieser Karten erkennt man schon, dass die Erfinder des Spiels (kommt wohl aus China) eine Menge lustiges Zeug geraucht haben müssen, als sie das Tichu erfunden haben.
Tichu ist so dermaßen whack und durch, dabei aber völlig spassig und hat definitiv den “eine Runde geht noch” Faktor.
Ziel von Tichu ist es als erster seine Karten loszuwerden, natürlich am besten als Team. Die Regeln sind ansonsten völlig absurd, man kann wild Karten reinschmeißen und dabei Bombe schreien, die andern Spieler ärgern, den Hund hin und herschieben und dabei irre kichern. Und irgendwie macht das ganze auch schon den Reiz des Spieles aus. Strategisch kann man bei Tichu erstmal wenig anrichten, da man doch sehr stark von den ausgeteilten Karten abhängig ist. Aber egal, das hier soll ja ein Turnierbericht werden.
Apropos Tichu Turnier, also ich bekam irgendwie Freitag Abend den Anruf der im ungefähren Wortlaut so klang: “Ey morgen Tichu Turnier Hanau – Ich brauch noch nen Partner. Biste dabei?” Da ich bis zu dem Zeitpunkt keine Ahnung hatte, was Tichu eigentlich ist, geschweige denn wie man da ein Turnier spielt, gab ich natürlich die einzig vernünftige Antwort: “Auf jeden!”
Und so fand ich mich dann am Samstag Abend gegen halb neun in einer verrauchten Bude im Zentrum Hanaus wieder, umlagert von 7 Typen denen ich nachts lieber nicht begegnen würde und 3 Mädels die sich wohl zufällig hierhin verirrt hatten. Kurze Vorstellungsrunde und dann konnte es auch schon losgehen.
Ich bekam kurz das Spiel erklärt und dann gings los. Nein nicht mit dem Tichu Turnier, sondern mit dem Pizza bestellen bei “BEST PIZZA in Town”!
Dann wurde in einem mathematischen Kraftakt der allein durch die Parallelverarbeitung von 5 Leuten gleichzeitig einen Nobelpreis verdient hätte, die Reihenfolge festgelegt in der die 6 Teams gegeneinander antreten müssen. Zu dem Zeitpunkt war es bereits 21:00 und wie sich später herausstellen sollte, dauert so eine Runde Tichu, die im übrigen dann endet, wenn eins der Teams 1000 Punkte überschritten hat bei ungeübten Spielern durchaus mal 90 Minuten und länger. Bei 5 Spielen die auf uns warteten projezierte ich das Ende des Turniers auf 5 Uhr morgens. Na dann gute Nacht…
Ich verzog mich mit meinem Partner in den Keller, da dort immer nur 2 Raucher auf uns trafen und die Luft dadurch etwas erträglicher war. Leider war es dort dafür schweinekalt und ungemütlich. In dem Keller an der Bierbank zu setzen kann man sich in etwa so vorstellen, als ob man eine Nacht auf einem nassen Fels geschlafen hat. Mit Zacken dran. Bei 5°. Nackt.
Wir haben dann letztendlich 2 Runden gespielt, weil es dann doch schon halb 2 in der Nacht war, und mich meine Kids ja am nächsten morgen mit der Zuverlässigkeit eines Schweizer Uhrwerks um 7 wecken würden.
Und schlecht geschlagen haben wir uns auch nicht, und zogen uns dann als ungeschlagene Tichu Meister vom Untermain zurück.
Siedler von Catan Städte und Ritter und St. Petersburg beim Spielenachmittag
Die Siedler von Catan stand gestern auf dem Programm, als ich mich spontan zu einem Besuch bei Mark und Sonja entschlossen hatte. Svenja und Andi komplettierten die illustre Runde, so dass wir zu fünft starten konnten. 15 Jahre ist das Spiel mittlerweile alt und seit gefühlt genau dieser Zeit hab ich das auch nicht mehr gespielt. Tatsächlich sinds vielleicht nur 10 Jahre in denen ich die Siedler nicht mehr angefasst habe, was aber am Kern der Sache nichts ändert. Ich war sehr gespannt ob das Spiel die alte Faszination, die es damals auf mich ausgeübt hatte wieder entfachen könnte.
Wir haben uns für die Variante mit Städte und Ritter aber ohne Seefahrer entschieden. Städte und Ritter hatte ich nicht in guter Erinnerung behalten, war aber neugierig wie sich die Wahrnehmung der Spielmechanik mit meiner gewachsenen Spielerfahrung nun evtl. geändert hat.
Um dem ganzen vielleicht schonmal vorweg zu greifen, die Wahrnehmung hat sich nicht geändert. Städte und Ritter zerstört meiner Meinung nach den Spielfluss und die taktischen Möglichkeiten die das Spiel im Grundspiel hatte vollständig. Die Hauptkritikpunkte sind meiner Meinung nach, dass durch das “wegnehmen” der Entwicklungen, die jetzt ja in Form des Stadtausbaus verfügbar sind ein großer Teil des Nachdenkens über die richtige Strategie hinfällig wird. Dadurch dass jeder, der mindestens einen Ausbau seiner Stadt erreicht hat in gleichem Maß zur gleichen Zeit profitiert und weitere Aufrüstungen nur marginale Vorteile bringen macht das Spiel meiner Meinung nach uninteressant.
Im Basisspiel konnte man, wenn man sich auf Entwicklungen spezialisiert hat einen wirklich großen Vorteil den anderen Spielern gegenüber herausarbeiten. In der Städte und Ritter Erweiterung hingegen ist quasi jeder gleich aufgestellt und der einzige Unterschied liegt in der Bebauungsstrategie des Spielplans.
Auch das bilden von Monopolen auf Erz, Holz oder Schafe ist ungleich schwieriger, da eine Stadt ja jetzt nicht mehr 2 Ressourcen gibt, sondern 1 Ressource und 1 Handelsware zum Stadtausbau.
Gefühlt konnte ich das System daher ziemlich gut austricksen, indem ich meine Städte einfach an Lehm und Getreide gesetzt habe, die keine doofe Handelsware geben. Zudem waren sowohl die beiden Getreidefelder als auch die Lehmfelder mit der gleichen Zahl belegt, so dass ich im Fall einer 8 im Spiel dann 5 Lehm bekam und bei einer 9 4 Getreide. Da von den 5 Mitspielern überhaupt nur ein anderer an einem Lehmfeld eine Siedlung hatte war ich dadurch natürlich in einer erstklassigen Handelsposition und konnte meinen Vorsprung stetig ausbauen.
Das Spiel endete dann auch sehr eindeutig mit 13 zu 8 zu 7 zu 6 zu 6 Punkten für mich.
Fazit zu Siedler: Auch nach all den Jahren immer noch ein tolles Spiel, Städte und Ritter kommt mir aber nicht mehr in die Tüte.
Danach haben wir uns noch für eine “schnelle” Runde St. Petersburg entschlossen. So dachten wir… Schnell geht es ja eigentlich, die Regeln sind einfach und gradlinig und wir sind alle erfahrene Spieler gewesen. Aber zu fünft gibt es einfach durch die gestiegene Kommunikation zwischen den Zügen doch teilweise Wartephasen, die sich im Lauf des Spiels dann doch aufsummieren. Letztendlich haben wir doch fast zwei Stunden benötigt, bis der Sieger feststand. Wir haben auch hier mit der Erweiterung gespielt, wodurch das Spiel zu fünft überhaupt erst möglich gemacht wurde. Es kommen mit der Erweiterung ein paar neue Mechaniken ins Spiel, nämlich Karten die es ermöglichen bereits im Spiel liegende temporär zu beeinflussen, z.B. doppelt zu werten oder zu entsorgen. Hier war Sonja uneinholbar und sie konnte durch überragendes Management locker eine 50 Punkte Führung zu Spielende herausspielen, so dass Mark und ich trotz jeweils 10+ verschiedener Adeligen keine Chance hatten sie noch einzuholen.
Nach St. Petersburg bleibt bei mir der dringende Wunsch haften das Spiel alsbald als möglich wieder auszupacken und eine neue Partie zu spielen. Ein wirklich schönes Spiel.
Kartenauswahl bei Dominion
Dominion lebt davon, dass bei jedem Spiel neue Karten zusammenwirken und man sich neue Strategien zu Dominion einfallen lassen muss, wenn man das Spiel meistern will.
Bei jetzt schon über 70 verschiedenen Karten, ist es oft nicht einfach sich zu entscheiden, welche Karten denn diesmal dabei sein sollen. Es gibt zwar einige Vorschläge für vorgefertigte Sets, aber mit der Zeit werden die dann doch langweilig.
Wir spielen am liebsten mit einer zufälligen Auswahl an Karten. Dabei hat sich folgende Methode zum auswählen als schnell und gut erwiesen:
Superzufallsauswahlmethode:
Alle Karten werden erstmal gemischt und der Kartenstapel in die linke Hand genommen.
Mit alle Karten meine ich übrigens die Platzhalterkarten und natürlich nicht sämtliche Königreichkarten ![]()
Jetzt legt man nach folgendem System die Karten beiseite:
- Die oberste Karte kommt weg.
- Die jetzt oberste Karte wird gespielt.
- Die obersten 2 Karten kommen weg.
- Die jetzt oberste Karte wird gespielt.
- Die obersten 3 Karten kommen weg.
- Die jetzt oberste Karte wird gespielt.
- Die obersten 4 Karten kommen weg.
- Die jetzt oberste Karte wird gespielt.
- Die obersten 10 Karten kommen weg.
- Die jetzt oberste Karte wird gespielt.
…
Jetzt hat man 10 Karten ausliegen mit denen man seine Runde starten kann. Warum so kompliziert, wenn man auch die Karten ziehen könnte? Nun mit der Zeit werden die Karten einfach klebriger und abgegriffener, so dass man beim ziehen unwillkürlich immer wieder auf die gleichen Karten stößt. Diese Methode umgeht den “Nachteil” der subjektiven Auswahl und erlaubt immer wieder neue und spannende Kartensets.
Wer einen Rechner in der Nähe hat kann auch gerne auf den Set-Generator der Pöppelkiste zugreifen.
Dominion Prosperity
Dominion Prosperity, so wird wohl die Erweiterung heißen die auf der Spiel 2010 in Essen vorgestellt wird. In der deutschen Übersetzung wäre also sowas wie Dominion Wohlstand denkbar.

Es gibt bereits einige Quellen zu dem Thema. Der Dominionblog beispielsweise berichtete am Freitag über einen Artikel in einem französichen Blog in dem die ersten Bilder und Beschreibungen dazu aufgetaucht sind. Wenig später tauchten dann auf Facebook Bilder von der Spielwarenmesse in Nürnberg auf, die leere Schachteln von Dominion Prosperity und Dominion Alchemy zeigten.
Dass die beiden neuen Dominion Erweiterungen kommen ist also sicher. Die große Frage ist nach wie vor, was ist drin
Dominion mit 6 Spielern
Am Wochenende haben wir es endlich mal geschafft Dominion mit 6 Spielern zu spielen. Das Basisspiel Dominion – was für eine Welt, erlaubt ja eigentlich nur 4 Spielern mitzuspielen. Um die 6 Spieler Dominionvariante spielen zu können, wird daher noch mindestens Dominion – Die Intrige benötigt. Zum einen natürlich, weil man mehr Anwesen benötigt für den Start, zum anderen auch wegen den Flüchen, Provinzen und dem Kupfer.
Die Änderungen:
Im Vergleich zum Basisspiel funktioniert das Spiel im Prinzip genauso. Bei Dominion zu sechst endet das Spiel auch, wenn alle Provinzen gekauft sind, wobei hier pro Spieler nach dem vierten drei weitere Provinzen hinzugefügt werden müssen. Das Spiel endet aber auch wenn – Achtung Änderung – 4 Stapel mit Königreichkarten leer gezogen wurden. Die Menge der Karten pro Königreichkarte liegt dabei immer noch bei 10, da ändert sich also nix. Einzig Provinzen und Flüche erhalten einen Zuwachs.
Das Spiel zu sechst:
Wir haben 3 Runden gespielt und im Schnitt knapp eine Stunde pro Partie benötigt. Das hatte bei uns zwei Hauptursachen.
1. Wir hatten eine Reihe neue Spieler dabei, die das Spiel noch nicht kannten und sich so nicht wirklich schnell zwischen den Karten entscheiden konnten.
2. Eine Reihe unserer Spieler nehmen sich gerne etwas länger Zeit zum überlegen. Ja eigentlich könnte man das schon während der Züge der anderen machen, was auch getan wird, aber es passierte dennoch hin und wieder.
3. Angriffskarten, die mehrere Gegner betreffen waren die größten Zeiträuber.
Ansonsten war ich überrascht, wie schnell die Runden bei dieser Dominionvariante vorrüber sind. Sobald einer die erste Provinz kauft fängt praktisch das Endspiel schon an und man muss sich sputen wenn man bis dahin noch nichts hat. Wenn es denn überhaupt soweit kommt. Denn bei 6 Spielern und nur 10 Karten pro Stapel sind die guten Karten halt schneller weg als man schauen kann, so dass das Spiel zweimal auch endete weil 4 Königreichkarten leergekauft waren. Durchschnittlich reichten dabei 24 Punkte zum Sieg.
Fazit:
Dominion mit 6 Spielern ist eine nette Variante bei der besonders Angriffskarten sehr stark werden. Der langsamere Spielablauf stört aber doch mehr als ich zuerst dachte, wobei das sicher auch an der Lernkurve lag. Ich denke mit meiner regulären Spielerunde werde ich es noch ein paar Mal in dieser Konstellation spielen können und mir dann eine abschließende Meinung dazu bilden.
Dominion Alchemie neue Erweiterung
Ich habe gerade entdeckt, dass auf der Homepage von Rio Grandegames der Titel der neuen Dominion Erweiterung und der dazugehörige Beschreibungstext veröffentlicht wurde.
Für alle, die des Englischen nicht so mächtig sind, hier eine Quick and Dirty Übersetzung:
Seltsame Dinge gehen vor in euren Laboren im Keller. Sie verlangen nach immer mehr Fässern voll mit Quecksilber und Teilen eures Haupthaars. Was tut man nicht für den Fortschritt. Sie suchen nach einem Weg Blei in Gold zu verwandeln, oder wenigstens in etwas besseres als Blei. Der Deal mit dem Blei war einfach zu gut um wahr zu sein, so dass Du nicht darüber nachdachtest, was Du mit all dem Blei machen sollst, und wo Du es hintun sollst. Na das wird sich schon zeigen. Sie suchen auch nach einem Universal Lösungsmittel. Wenn Sie das schaffen, wirst Du das Zeug nehmen worin Sie es aufbewahren und dem Material ein Schloß bauen. Ein Schloß das man nicht auflösen kann. Das nenne ich Fortschritt.
Das ist die dritte Erweiterung zu Dominion. Sie fügt neue Königreichkarten zu Dominion hinzu und Du brauchst Dominion oder Dominion die Intrige um das Spiel zu spielen.
Dominion: Alchemy ist eine Erweiterung und kann nicht für sich allein gespielt werden; um damit zu spielen benötigst Du Dominion oder ein anderes Basisspiel zu Dominion (Dominion, die Intrige). Diese stellen die Grundkarten, die du zum spielen brauchst (Geld, Siegpunkt und Fluchkarten), als auch die Grundregeln zum Aufbau und Spielablauf. Dominion Alchemy kann auch mit anderen Dominion Erweiterungen kombiniert werden, die Du schon hast.
Wir hoffen, dass Du Spaß hast mit der wachsenden Welt von Dominion!

Coverbild von Dominion Alchemy
Was natürlich hochinteressant klingt und wohl gleichzeitig die meisten Fragen aufwirft ist die häufige Erwähnung von Blei in Dominion Alchemie. Was uns da genau erwartet bleibt natürlich erstmal Spekulation. Denkbar wäre zum Beispiel Blei als neue Kartenart, die man entweder kaufen kann, oder über andere Karten bekommen kann. Evtl. auch wie Flüche. Blei an sich hätte dann keine Funktion sondern blockiert erstmal nur einen Kartensatz. Über andere Karten wie z.B. den Alchimist oder den Quacksalber (die Namen sind frei erfunden) könnte dann aus dem Blei was sinnvolles, wie eben Gold oder Silber hergestellt werden.
Alles in allem gefällt mir das Thema bei Dominion Alchemie sehr gut und ich freue mich schon sehr darauf.
Unbestätigten Gerüchten zufolge soll das ganze übrigens spätestens an Ostern erscheinen.
Agricola Strategie – Fischers Fritze
Gestern haben wir es nach langer Zeit mal wieder geschafft eine gepflegte Runde Agricola auf die Beine zu stellen. So richtig hab ich mir keine Strategie zurechtlegen können, weil es zum einen fast ein Jahr her ist, dass ich das letzte Mal gespielt hatte und zum anderen alle guten Felder jedesmal belegt waren
Agricola ist ja vor allem ein Spiel der begrenzten Aktionen, daher war die einzige Strategie von mir jedes Feld zu nehmen, dass mir Aktionen sparte.
Ich konzentrierte mich daher früh im Spiel darauf Rohstoffe zu sammeln und erstmal zu schauen was die anderen so machten. Olga absolvierte Recht bald eine Ausbildung zum Brotbäcker, wodurch sie fortan von allen Brotbackaktionen der anderen profitieren sollte. Mark nahm sich eine Kochstelle und braute Gemüsesaft und Sonja wandelte Unmengen von Lehm in Nahrung um. Backen wollte ich nicht, weil zum einen das Ackerfeld dauernd weg war und ich kein Lehm hatte um einen passenden Ofen zu kaufen. Ich baute daher irgendwann gleich mit 10 Holz eine Riesenweide und schnappte mir die 4 Schafe für die sich sonst niemand interessiert hatte. Mark hätte die ohne weiteres verwursten können, hatte aber wohl andere Pläne. Da ich aber immer noch keine Feuer- oder Kochstelle hatte war das Nahrungsproblem noch nicht aus der Welt. Also nochmal schnell die Ausbildungskarten durchgeschaut und da bleibt mein Blick auf dem Fischer hängen. Der Fischer verdoppelt sämtliche Nahrung, die man vom Fischenfeld bekommt, man muss allerdings an den Besitzer von Reuse, Angel und so Zeug auch noch je 1 abgeben. Na diese Anschaffungen waren zum Glück nicht im Spiel und auf dem Fische Feld lagen schon 5 Nahrungsmittel. Also als letzte Aktion die Ausbildung zum Fischer gemacht und in der Runde drauf direkt 12 Nahrungsmittel eingesammelt. Die Grundversorgung meiner Familie war damit bis zum Spielende schon gesichert. Jetzt konnte ich langsam auch ein paar Äcker pflügen und nach einem Doppelhausausbau mit gleichzeitigem Kauf von 3 Ställen für 16 Holz war dann auch endlich Platz für Nachwuchs in der Hütte. Der Rest vom Spiel war dann einfach. Sonja und Mark waren inzwischen auch unter die Tierzüchter gegangen, so dass ich mit meiner Molkerei zu jeder Ernte nochmal passiv 4 Nahrungsmittel bekommen habe. Ein erneuter Fischzug für 8 Nahrungseinheiten sicherte dann meinen 5 Familienmitgliedern das Überleben und ich konnte den Sieg knapp mit 4 Punkten Vorsprung vor Mark holen, obwohl ich weder Rinder noch Wildschweine auf meinem Hof beherbert hatte und auch keine Punkte über Sonderkarten vorzuweisen hatte.
Endstand:
Ich: 39
Mark: 35
Sonja: 27
Olga: 25
Fazit:
Ich hatte ganz vergessen was für ein schönes Spiel Agricola doch ist, und welch unterschiedliche Strategien hierbei letztendlich zum Erfolg führen können. Agricola kommt also in Zukunft wieder öfter auf den Tisch und eventuell gibts ja auch ein Comeback des Fleischbarons – muahahaha.
DSA im Netz, Pen und Paper online – ein Experiment
Gut 20 Jahre ist es jetzt her, als ich meinen Einstieg in die Welt der Rollenspiele mit Das schwarze Auge gefunden habe. Mein Charakter damals war ein Moha und irgendwie waren alle anderen Spieler ziemlich überrascht, als ich, nachdem einer unserer Mitstreiter nach einem Kampf gegen finstere Wölfe in der düstern Kälte des Bornlandes schwer verwundet war, ihm lieber das Leben nahm, anstatt für einen sicheren Rückweg in die nächste Heilstätte zu sorgen. Hach die gute alte Zeit.
Während meiner Schulzeit bis zum Abitur war seit jenen Tagen das Rollenspiel ein steter Begleiter auf meinen Pfaden. Wir hatten eine kleine Stammgruppe bestehend aus Thomas, Mark, Petra und mir und spielten fast jedes Wochenende. Eben bis zum Abi. Da trennten sich unsere Wege und für lange Zeit ereignete sich Rollenspiel technisch außer gelegentlichen Treffen in den Semesterferien sehr wenig.
Sprung auf heute. Mark und ich sind beide verheiratet und Papa geworden, Thomas lebt in Schweden und Petra irgendwo anders
. Quasi unmöglich das ganze wieder aufleben zu lassen. Wenn, ja wenn da nicht dieses Internet wäre. Als Thomas vor ein paar Wochen auf Besuch wieder in Deutschland war, und wir es schafften einen gemeinsamen Brettspielabend zu veranstalten stand das Thema Rollenspiel auf einmal wieder im Raum. In den letzten Tagen kam dann der Entschluss das ganze doch einfach über das Internet zu machen. Mit der heutigen Technik sollte das ja ganz gut gehen und die zugegebenermaßen komplizierte Anreise aus Schweden kann sich Thomas dann auch sparen.
Und so soll das ganze ablaufen:
Die orale Kommunikation geschieht über Skype.
Für Kartenmaterial, Lebenspunkte und Würfeln benutzen wir Google Wave. Fürs Würfeln gibt es einen eigenen Wave Würfel Bot .
Die Helden verwalten wir über die Helden-Software.
Dadurch, dass wir das ganze jeweils gemütlich von der Couch zu Hause mit dem Laptop machen sparen wir uns sogar die jeweiligen Babysitter. Genial
Wie das ganze dann letztendlich in der Praxis funktioniert, werde ich nach dem ersten Abenteuer natürlich berichten.
Momentan sind wir gerade bei der Charaktererschaffung.
Ich werde einen adligen zwergenwüchsigen Geheimagenten spielen der sich ausgezeichnet auf die gesellschaftlichen Fähigkeiten versteht, allerdings keine Ahnung vom Kämpfen hat. (Wer das Lied von Eis und Feuer gelesen hat, wird sicher wissen, an wem sich dieser Charakter orientiert
)
Thomas hat die Absicht geäußert einen außerordentlich weltfremden Elfen zu spielen.
Und meine Frau Olga spielt mit dem Gedanken sich als mein Leibwächter zu verdingen.
Mark gibt wie immer den großen Herrn und Meister unseres Schicksals zum besten.
Alles in allem verspricht es eine sehr interessante Gruppe und Erfahrung zu werden. Ich freu mich drauf. Das Kribbeln ist wieder da, fast genauso wie bei meinem ersten Con-Besuch, als ich das Formula-D Turnier gewinnen konnte. Aber das ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden.